„In die Stände zieht Leben ein“

21-11-2019 08:00

 

Altötting.

Gehämmer und das Rattern von Bohrmaschinen anstatt besinnlicher Weihnachtsmusik, der ganz spezielle Christkindlmarkt-Geruch aber ist schon da. Er hängt im Holz der Stände und weht aus den vielen Anhängern und Transportern, die derzeit auf dem Kapellplatz stehen. Auch wenn der 50. Altöttinger Christkindlmarkt erst am Samstag startet, so ist vor und in den über 80 Ständen jetzt schon jede Menge geboten. Während beim „Socken Sepp“ die Autos vorfahren und die Mitarbeiter Waren ausladen, richten andere die Brotzeitbrettl gerade hin oder befestigen Bretter. Wieder andere Buden sind noch fest verrammelt.
Otto Brandstetter aus Langeneck und Kollege Ludwig Schuder zum Beispiel schrauben gerade die letzten Gitter fest. An Decke und Wänden haben sie Folie mit Sternen festgepinnt. In einer Ecke lehnen Holzbalken. Brandstetter und Schuder betreiben zwei Stände. Im einen wird es Bastelbedarf geben, im anderen Geschenke aus Wachs. Derzeit aber sind die Auslagen noch leer. Seit Freitag sind die beiden Männer hier, erzählen sie. Bedenken, dass sie nicht rechtzeitig fertig werden könnten, haben sie aber nicht. Schließlich sind bereits Christkindlmarkt-erfahren.
So ist es auch bei Alexander Kronfeld aus Gumpersdorf. Kronfeld und dessen Stand gehören mittlerweile zur Stammbesetzung, erzählt er. Seit vielen Jahren komme er bereits zum Christkindlmarkt. Beim Aufbau ist er dennoch schon weiter. Gerade postiert er große und kleine glitzernde Edelsteine auf den Regalen. Immer wieder schraubt er Halterungen und Regale fest. „Wir sind schon seit Montag vor einer Woche am Werkeln“, sagt er. Er und seine Mitarbeiter seien mit die ersten gewesen, die aufgebaut und eingeräumt hätten – weil sie besonders viele und besonders große Waren hätten.
Noch etwas weiter eingerichtet ist die Garchingerin Ursula Muster. Sie betreibt einen Stand für altbayerisches Kunsthandwerk. „Mit Bezug zu Altötting und zu Weihnachten“, betont sie. Muster hat eine Woche vor Marktbeginn mit dem Aufbauen begonnen. Das gehe bei ihr schnell, sagt sie. Die meiste Vorarbeit leiste sie schon daheim. „Ich habe viele Einzelstücke.“ Darum überlege sie sich genau, wo sie was ausstellt und was farblich zueinander passt. Nur noch wenige Stellen an den Wänden sind noch frei, und die ersten Passanten, die mit ihren Rädern über den Kapellplatz schieben, bleiben bei Muster stehen und erkundigen sich, was es bei ihr heuer zu kaufen gibt. „Ich verkaufe jetzt aber noch nichts.“ Das sei wie mit Lebkuchen. Die will man auch noch nicht im August essen, so etwas passe erst zur Weihnachtszeit. So sei es auch bei ihr, das Verkaufen beginne erst, wenn alle Standler rings um offen haben.
Hans Baumgartner, Altöttings Christkindlmarkt-Referent, ist in all dem Einräum- und Aufbautrubel ein gefragter Mann. Auch er ist guter Dinge, dass alles klappt, denn: „Alle Stände stehen. „Jetzt geht es nur noch um die Deko.“ Gerade hätten sich er, die Elektriker und die Mitarbeiter des Bauhofs beraten, wo noch zusätzliche Christbäume aufgestellt werden sollen. „Wir wollen das Motto ‚Lichterglanz‘ durchziehen. Es soll keine dunklen Ecken geben.“ So werden auf und um den Kapellplatz insgesamt 350 Tannenbäume aufgestellt und geschmückt. Ein weiteres Projekt, das noch ansteht, ist der Weihnachtspark vor dem Rathaus. Er muss noch fertig aufgebaut werden. Heute beginnen dann die Aufbauarbeiten für die Ausstellung „50 Jahre Altöttinger Christkindlmarkt“ im Rathaus.
Was die Stände anbelangt, gibt es beim Jubiläumschristkindlmarkt „markante Standortwechsel“. Dass einzelne Stände woanders aufgebaut werden, sei auch in der Vergangenheit schon vorgekommen. So viele Änderungen wie heuer gab es aber selten. „Ausgangspunkt war der große Hiermeier-Stand.“ Der hat sich bisher inmitten des Marktes befunden. Weil er dort aber schon in der Vergangenheit zu groß gewesen sei und es zudem Probleme mit der Strom- und Wasserversorgung gegeben habe, sei er gleich am Eingang des Marktes aufgestellt worden. Und auch die Firma Singer nutzte die Gelegenheit, um ihre Stände anders anzuordnen. Künftig sind Speck-, Käse-, Heißgetränke- und Imbiss-Stände nah beieinander. Das sei für die Logistik praktischer. - jor

 

Quelle: ANA


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