Das „Herz Bayerns“ hat eine Neue Schatzkammer
In der „Neuen Schatzkammer“ spannt sich der Bogen von grundlegenden Informationen zum Thema Wallfahren über die Geschichte der Altöttinger Wallfahrt bis hin zu deren wertvollen Zeugnissen in der Kunst. Im „Haus Papst Benedikt XVI. – Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum“ wer­den ne­ben dem welt­be­kann­ten „Goldenen Rössl“ weitere Pretiosen aus vielen Jahr­hunderten zu­­gäng­lich ge­macht. Zum Be­­stand zäh­len ne­ben litur­gi­schen Ge­wän­dern und Ge­­räten unter anderem rund 2.000 Rosenkränze, 1.200 Schmuckstücke, 1.600 Münzen und Wall­fahrts­ab­zei­chen, wie eine In­ven­tarisierung ergab. Die Neue Schatzkammer am Kapellplatz ist ein erst­klas­siger Akzent in der bayerischen Mu­seen­land­schaft. „Das alles ist berührbare Glau­­bensgeschichte und Glau­­bens­erfahrung an diesem Ort der Gnade und damit auch Glaubensverkündigung in mo­derner Zeit. (Passauer Bischof Wilhelm Schraml bei der Eröffnung)

Altöttinger Krippenwanderung
Die Tradition des Aufstellens von Krippen in einer Kirche entwickelte sich im 14. Jahrhundert aus der Darstellung der Geburt Christi in einer Wiege. In der Folge fügte man zum Jesuskind die heiligen Personen, Engel und Hirten hinzu, die Geburt Christi wurde mit zusätzlichen biblischen Szenen erweitert.

In Deutschland sollte die Krippe allerdings erst mit den Jesuiten ihren Einzug feiern. Sie stellten 1562 in Prag und 1601 hier in Altötting die ersten Weihnachtskrippen auf. Und Altötting ist bis heute eine Krippenstadt geblieben. Neben den kunstvollen Krippen in allen Kirchen zur Weihnachtszeit, stellen vier ganzjährige Krippen Szenen aus den Evangelien dar.

Weihnachtskrippen
Gleich zwei Krippen zieren zur Weihnachtszeit die Heilige Kapelle. Auf dem Gnadenaltar steht die sogenannte Silberkrippe von Silberarbeiter Ludwig Seitz mit einem Jesuskind aus Dukatengold, eine Arbeit von Josef Nickendey. Sie wurde 1824 von Philipp Neukam als Ersatz für die 1799 eingeschmolzene Krippe Herzog Albrechts V. gestiftet. Auf dem linken Seitenaltar steht ein Krippenstall mit Figuren der Heiligen Familie sowie Ochs und Esel aus dem Jahr 1933, geschaffen vom Altöttinger Müllermeister Alfons Trenker. Die Weihnachtskrippe der Klosterkirche St. Magdalena ist ein Werk der Mühldorfer Bildhauer Karl und Theo Hein aus dem Jahr 1960. Die älteste Krippe der Stadt aus der Zeit um 1660 ist in der Klosterkirche St. Konrad zu bewundern. Die Figuren, die früher zur Weihnachtszeit auf dem Hochaltar gestanden haben, sind fast so alt, wie die Klosterkirche selbst. Blickfang und auf jeden Fall sehenswert ist die lebensgroße Krippe auf den Treppenstufen vor dem Eingang der Basilika St. Anna, gestaltet vom Krippenverein Altötting. Die Weihnachtskrippe in der Kirche des Provinz- und Missionshauses Heilig Kreuz aus den Jahren 1948 bis 1950 ist ein Werk des Bildhauers Franz Hoser. Die jüngste Altöttinger Kirchenkrippe ist in der Ruperti-Kapelle der Pfarrkirche St. Josef in Alt­ötting-Süd aufgebaut. Die Gewänder der Grödnertaler Gliederfiguren sind von Mitgliedern des Frauenbundes gefertigt worden.

Das Jerusalem Panorama Kreuzigung Christi in Altötting
Panorama bedeutet „umfassender Rundblick“. Die Kunstform des Panoramas war im 19. Jahrhundert weit verbreitet. Heute gibt es in Europa nur mehr wenige „Rundblickgemälde“. Das klassische Panorama der Kreuzigung Christi in Altötting ist das einzige historische Großraum- Panorama Deutschlands(Leinwandfl äche ca. 1200 m2). Sein Schöpfer ist Prof. Gebhard Fugel (1863 - 1939), ein Altmeister des Bibelbildes im 20. Jahrhundert. Fugels Panorama - eingerichtet in einem kirchengroßen Zwölfeck-Zentralbau - entstand 1903, wurde in den Jahren 1981 bis 1989 um fassend restauriert und steht unter Denkmalschutz. Das Panorama ist eine außer gewöhnliche Sehenswürdig keit, kein Museum wie jedes andere. Denn seit Bestehen erfüllt es als berühmtes Kunstwerk lebendige Aufgaben im Dienste der Wallfahrt.